Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V.




Kommission "Chancen des Demographischen Wandels für die Wohnungs- und Städtepolitik"

Quelle: Mamarone/PIXELIO

Um den Herausforderungen der Demographieentwicklung, der Globalisierung und der Migration begegnen zu können, steht die Stadtent­wicklungspolitik in den nächsten 25 Jahren vor den größten Veränderungen seit 50 Jahren. Antriebskräfte sind die sich wandelnden demographischen Verhältnisse, unterschiedliche Lebens-, Wohn- und Arbeitsbedingungen und die individuellen Wunschvorstellungen der Bürger. Daher hat der Deutsche Verband die Kommission "Chancen des Demographischen Wandels für die Wohnungs- und Städtepolitik" einberufen.

In ihrem Abschlussbericht fordert die Kommission einen offensiven Umbau der Strukturen: D.h. die Kräfte der Wachstumsräume stärken und einen Paradigmenwechsel in den Schrumpfungsregionen vollziehen. Neue Anfordernungen müssen analysiert und als Chancen begriffen werden. Von zentraler Bedeutung ist ein Zusammenspiel privater und öffentlicher Akteure. Auf diese Handlungsempfehlungen hat sich die Kommission verständigt:

Metropolräume müssen administrative Grenzen überschreiten

Unter den Agglomerationsregionen ragen einzelne Räume im Standort­wettbewerb heraus. Für die Gesamtregion müssen strategische Leitbilder und individuelle Markenzeichen entwickelt werden.

Stadtentwicklung muss Grundlage für Innovation und Integration schaffen

Es müssen zielgruppengerechte Wohnungs­angebote, leistungsfähige Ver­kehrsinfrastrukturen, hochwertige Kulturangebote und wettbe­werbsfähige Dienstleistungs- sowie Gewerbeimmobilien geschaffen werden. Potenzielle Leistungsträger sind an die Stadt zu binden, Bevölke­rungsgruppen mit Migrationshintergrund zu integrieren und Bildungspolitik zu intensivieren.

Raumstrukturelle Unterschiede sind zu akzeptieren

Die Anerkennung von Metropolregionen im Standortwettbewerb bedeutet nicht, "andere" Regionen zu vernachlässigen. Die polyzentrale Raumstruktur Deutschlands ist eine Stärke, räumliche Differenzierung ist anzuerkennen. Für Entleerungsräume sind tragfähige Konzepte zu implementieren.

Handlungsdruck in gleichgerichtetes Handeln übersetzen

Der demographische Wandel ist Trendsetter wie -verstärker. Es öffnet sich ein Zeitfenster, um Muster zu durchbrechen, in dem sektorale und räum­liche Politiken gebündelt werden.

Schlichte Aufforderung zur Kooperation durch gezielte Anreize ersetzen

Antworten auf die Problemstellungen erschöpfen sich in der Forderung eines integrierten Ansatzes. Es bedarf gezielter Anreize, Ko­operationen zu fördern. Sanktionen bei Ko­operationsverweigerung sollten erlaubt sein.

Renaissance der Stadt fördern

Die Neuentdeckung der Stadt gelingt, wenn Leitbilder aufgestellt, Innenstädte aufgewertet und Freiräume qualifiziert werden. Zielgruppengerechte Angebote sind nicht nur in Wachstums­räumen um­zusetzen.

Schutz und Erhalt der Stadtstruktur als Maßstab für Prioritätensetzung in Stadtgebieten

Das Pfund der Städte ist eine intakte Struktur als Einheit von Form und Funktion. Die Be­deutung langfristiger Planung steigt. Bei Neubau­bedarf ist die Bodenpolitik zu beachten. Stadtquartiere müssen auf ihre Zukunftsfestigkeit hin beurteilt wer­den.

Bindungswirkung integrierter Konzepte für alle beteiligten Ressorts

Für einen Bewertungsprozess stellen die Erfahrungen mit den Konzepten in den Stadtumbau-Ost Städten eine wertvolle Basis dar. Deren Verbindlichkeit für Partner des in­tegrierten Prozesses ist zu steigern.

Öffentliche Fördermittel bündeln und neue Finanzierungsmodelle erproben

Fördermittel sind adäquat zur Vielfalt der Probleme zu kombinieren. Neben gebietsgebundenen Mittel der ?Städtebauförderung? sind punktuelle Interventionen anderer Ressorts und die Idee revolvierender Stadtentwicklungsfonds aufzugreifen.

Private stärker in die Verantwortung für die Quartiersentwicklung einbinden

Bei städtischen Erneuerungsprozessen erfüllt die Öffentliche Hand eine strategische Aufga­be. Neben der Zusam­menar­beit mit der organisierten Wohnungswirtschaft ist das Einbinden privater Kleineigentümer ein Schlüsselfaktor. Neue Strategien wie Business / Housing Im­provement Districts sind vor allem für quartiersbezogene Programme zu entwickeln.

Vorfahrt für Bestandsentwicklung - integrierte Modernisierungsprogramme

In vielen Regionen wird sich das "wohnungspolitische Mengenproblem" lösen; wirt­schaftlich prosperierende Agglome­rationsräume konstatieren weiterhin einen Neubaubedarf. Die Qualifizierung des Bestandes hat Priorität und Gegenstand verstärkter Aufmerksamkeit und Förderung zu sein.

Chancen für einen Stadtumbau, der barrierearm und energetisch ausgerichtet ist

Die Bedingungen der Klimaentwicklung erfordern Anpassungen in der Stadtstruktur, die sich mit demographisch notwendigen Anpassungen kombinieren lassen.

Leistungsfähigkeit Älterer nutzen

Der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung erfordert eine Neuorientierung in Hinblick auf ihre Leistungsfähigkeit. Das ist insbesondere eine Chance für Aufgaben der Stadtent­wicklung. Anreizstrukturen für ehrenamt­li­ches Engagement sind zu stärken.

Teilhabe an Bildung ist die Voraussetzung für Zukunftsfähigkeit

Die Anpassung von Bildungsinfrastrukturen an eine sinkende Zahl von Nachfragern darf nicht zu einem "Diktat der Sparzwänge" führen. "Er­sparnisse" durch sinkende Nachfragerzahlen sollten zur Steigerung der Qualität sowie zur Behebung von Ineffizienzen eingesetzt werden. Die in Deutsch­land existierende Kopplung von Bildungschancen an die Herkunft ist nicht sinnvoll.

Den Abschlussbericht der Kommission erhalten Sie beim Deutschen Verband.

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Förderer
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EUROHYP AG
GSW Immobilien GmbH
HOCHTIEF AG
MVV Energiedienstleistungen Wohnen GmbH & Co. KG
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VdW Verband der Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalt e.V.
Volksfürsorge Holding AG
Zentralverband d. Deutschen Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer e.V.
Kooperationspartner
Aareal Bank AG
Deutscher Städte- und Gemeindebund
Deutscher Städtetag und StNRW
Dr. Klein & Co. AG
In.nova - Gesellschaft für Unternehmensentwicklung mbH
Ministerium Für Bauen des Landes NRW
Ministerium für Raumordnung und Infrastruktur
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Wissenschaftliche Begleitung
Technische Universität Berlin
Publikation

Den vollständigen Bericht "Chancen der vor uns liegenden demographischen Entwicklung für die Wohnungs- und Städtepolitik" können Mitglieder zu einem Preis von 25 Euro und Nicht-Mitglieder für 30 Euro zzgl. Versandkosten beim DV beziehen.