
Seit Ende der 1980er Jahre unterstützt die EU aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) die staatenübergreifende territoriale Zusammenarbeit von Städten und Regionen - anfangs nur in den Grenzräumen, nun über ganz Europa hinweg.
Unter dem Schwerpunkt INTERREG IV B werden in 13 Programmräumen transnationale Kooperationsprojekte zur raum- und ressortübergreifenden Zusammenarbeit über Staatsgrenzen hinweg durchgeführt. Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Nichtregierungsorganisationen arbeiten zusammen, um Unterschiede zwischen den Regionen abzubauen, zu einer ausgeglichenen räumlichen Entwicklung beizutragen und so das Zusammenwachsen und die Wettbewerbsfähigkeit Europas voranzubringen. Die Projekte werden im Rahmen von vier übergeordneten Förderzielen umgesetzt:

Aufgrund seiner zentralen geografischen Lage in Europa ist Deutschland an fünf Programmräumen - Alpenraum, Mitteleuropa, Nordseeraum, Nordwesteuropa und Ostseeraum - beteiligt und damit ein wichtiger Partner, der sich entsprechend stark engagiert. Über das "Bundesprogramm Transnationale Zusammenarbeit" werden Projekte mit besonderer strategischer Relevanz vom Bund finanziell unterstützt und politisch begleitet. Mit einem Budget von insgesamt knapp 3,8 Millionen Euro förderte das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) mit dem Bundesprogramm zwischen 2007 und März 2012 gut sechzig verschiedene INTERREG-B-Projekte aus allen fünf Programmräumen mit deutscher Beteiligung.
Das BMVBS unterstützt damit gezielt die Beteiligung deutscher Partner an europäischen Leitprojekten, wodurch vor allem die Europakompetenz von Städten und Regionen gestärkt und deren Einbindung in überstaatliche Netzwerke erreicht wird. Darüber hinaus gestalten die transnationalen Projekte die Prioritäten der europäischen Raumentwicklung mit und untersetzen die Territoriale Agenda 2020 und die Leipzig Charta durch konkrete Aktivitäten. Durch ihre Einbindung in nationale Raumentwicklungsstrategien leisten die Projekte auch einen entscheidenden Beitrag zur bundesdeutschen Raumentwicklung: Sie setzen gezielte Impulse für die Raumordnung und helfen dabei, wirtschaftliche Potenziale zur Überwindung struktur- und wirtschaftspolitischer Herausforderungen besser zu nutzen. Auch die Verbesserung der ökonomischen Situation in Städten und Regionen und die Einbindung privater Partner in die Raumentwicklung sind dabei von Bedeutung.
Als Projekt- bzw. federführender Partner ist der Deutsche Verband in die Konzeption und Durchführung einer Vielzahl von INTERREG-Projekten eingebunden. Zudem übernimmt er für das "Bundesprogramm Transnationale Zusammenarbeit" die strategisch-politische Bündelung, Berichterstattung und Öffentlichkeitsarbeit für fast alle INTERREG-Projekte, die durch das Bundesprogramm gefördert werden.
Die aktuell geförderten Projekte zeigen, dass staatenübergreifende Lösungen nationale Ansätze in mehrfacher Hinsicht sinnvoll ergänzen und erweitern. Ein wichtiger Schwerpunkt ist beispielsweise der Ausbau transeuropäischer Netze und die Entwicklung abgestimmter Verkehrsverbindungen entlang europäischer West-Ost- und Nord-Süd-Achsen. Ein weiteres wichtiges Thema in ausgewählten Projekten ist der Umgang mit dem Klimawandel und der 'Energiekrise' durch energetische Sanierung, gesteigerte Energieeffizienz und gemeinsames Risikomanagement. Auch Antworten auf den demografischen Wandel, die Inwertsetzung von Baukulturerbe, die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft sowie die Potenziale der Kreativwirtschaft für die Stadtentwicklung werden für den territorialen Zusammenhalt zunehmend wichtiger.
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